christlicher KinderGARTEN Cottbus
christlicher KinderGARTEN Cottbus

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3. Bildungsgrundsätze und ihre Umsetzung in unserem KinderGARTEN

Unserer Einrichtung liegen die Bildungsgrundsätze des Landes Brandenburg zu Grunde.

Es handelt sich dabei um:

1. Körper, Bewegung und Gesundheit

2. Sprache, Kommunikation und Schriftkultur

3. Musik

4. Darstellen und Gestalten

5. Mathematik und Naturwissenschaft

6. Soziales Leben

7. Religiöse Grunderfahrung und Werteentwicklung

 

3.1 Körper, Bewegung und Gesundheit

 

Bewegung ist die Verbindung von Körper, Seele und Geist.

Die kindliche Aneignung der Welt ist auf Körpererfahrung angewiesen. Für die intellektuelle, soziale und sprachliche Entwicklung ist die motorische Entwicklung eine wesentliche Voraussetzung.

Auch Emotionen äußern sich körperlich: durch Stampfen bei Wut, Springen vor Freude, Weglaufen bei Angst.

Oftmals unterbinden wir Erwachsenen den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder, weil sie sich in unseren Augen nicht angemessen verhalten. Wir möchten den Kindern in unserer Einrichtung Möglichkeiten bieten, ihren natürlichen Bewegungsdrang auszuleben und sich ausprobieren zu können ( balancieren, springen, rückwärts laufen). Durch verschiedenste Materialien sollen sie zur Bewegung motiviert werden (Trampolin, Springseile, Bälle, Sprossenwand, Reckstange).

Um Lernstörungen zu vermeiden, bieten wir Übungen an, die das Zusammenspiel zwischen linker und rechter Hirnhälfte fördern (rechter Ellenbogen berührt linkes Knie, Bewegung mit Musik, Hampelmann, mit beiden Händen gleichzeitig malen).

Während des Tagesablaufes schaffen wir ein Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung. Die Kinder sollen in unserer reizüberfluteten Welt zur Ruhe kommen. Indem sie sich auf einen Sinn konzentrieren, wird ihre Wahrnehmung gefördert.

 

Körpererfahrung und Bewegung in unserem KinderGARTEN

° Orte zum Toben (großer Garten)

° Orte zum Entspannen (Hängematte, Kuschelecke)

° Klettermöglichkeiten (Apfelbaum)

° Baumstämme zum Balancieren

° schiefe Ebene (Rollerberg, Bretter zum Bauen)

° Stufen

° Bewegung zur Musik

° verschiedene Bewegungsanreize durch: Pedalo, Springseil, Stelzen, Sprossenwand, Fahrzeuge, Schwungtuch, Baumstämme

° Spielangebote zur Wahrnehmungsförderung: Massagegeschichten, Kim-Spiele, Stille Post

° Fingerspiele

° Spiele, die Zungen- und Augenmotorik anregen: Augen rollen, Augen schnell auf und zu machen, imaginären Lolli schlecken

 

Gesundheitserziehung umfasst vielfältige Bewegungsanregungen, gesunde Ernährung und ein Bewusstsein für gesunde Umwelt. Die Kinder sollen lernen, selbstbestimmt Verantwortung für ihr eigenes Wohlergehen, ihren Körper und ihre Gesundheit zu übernehmen.

 

Gesundheit und Ernährung in unserem KinderGARTEN

° Spiel an der frischen Luft

° passende Kleidung zum Wetter (Kopfbedeckung, Sonnenschutz, Gummistiefel, Regenkleidung)

° Körperpflege und Hygiene (Händewaschen, Zähneputzen )

° Vorsorgeuntersuchungen

° gemeinsame Mahlzeiten in gemütlicher Atmosphäre

° gesundes Obstfrühstück am Vormittag

° gesundes Frühstück selbst vorbereiten und Zutaten selber einkaufen gehen

° gemeinsam ein Brot backen, um Abläufe kennenzulernen

° Besuch einer Käserei, Bäckerei

 

gesundes Umweltbewusstsein in unserem KinderGARTEN

° Mülltrennung

° Frühstück in wiederverwendbaren Behältnissen

° beim Wandern mitgebrachten Müll wieder mit nach Hause nehmen

° sparsamer Wasserverbrauch

° Naturexkursionen in Zusammenarbeit mit fachkundigen Eltern

 

3.2 Sprache, Kommunikation und Schriftkultur

 

Sprache soll im Spiel zum Spielzeug werden, hier kann mit ihr ohne Erfolgsdruck experimentiert werden.

Kinder lernen im sprachlichen Umgang miteinander und mit Erwachsenen, sich mitzuteilen, Wünsche und Gefühle zu äußern, zuzuhören, nachzufragen und unterschiedliche Ausdrucksformen anzuwenden. Sprache entsteht durch Sprechen, Verstehen und Verstanden werden.

In ihrem Alltag sind Kinder in vielfältiger Weise von Sprache und Schrift umgeben. Sie zeigen sich interessiert an Schrift, lange bevor sie lesen oder schreiben können (schreiben einen Brief oder ihren Namen, den nur sie “lesen” können ).

Durch Werbeplakate, Zeitungen, Bücher und Gebrauchsanleitungen werden Kinder angeregt, sich mit Schrift auseinanderzusetzen.

Da alle weiteren Bildungsprozesse an die altersgemäße Sprachfähigkeit anknüpfen, findet im Jahr vor der Einschulung eine “Sprachstandsfeststellung” statt, durch die alle Kinder mit Sprachförderbedarf erreicht werden sollen. In unserem KinderGARTEN verfügt die Leiterin über eine spezielle Qualifikation zur kompensatorischen Sprachförderung.

Kinder, bei denen ein Hinweis auf Sprachförderbedarf besteht, machen mit dieser geschulten Fachkraft den Kindersprachtest für das Vorschulalter (KISTE-Test). Wird hierbei tatsächlich ein Förderbedarf festgestellt, nehmen die Kinder an einem besonderen Sprachförderkurs im KinderGARTEN teil. Hier werden in kleinen Gruppen Sprachhemmungen abgebaut, der Wortschatz erweitert und das Verständnis für den Aufbau unserer Sprache gefördert. In der gewohnten Umgebung mit einer vertrauten Erzieherin wird spielerisch Freude an der Sprache entwickelt.

 

Sprache, Kommunikation und Schriftkultur in unserem KinderGARTEN

° Erzählen im Morgenkreis

° Begrüßungsritual (mit Handschlag, Blickkontakt und “Guten Morgen”; Begrüßungslied im Morgenkreis)

° Nonsens- und Kinderverse in Verbindung von Klatsch- und Bewegungsspielen

° Bilderbuchbetrachtungen

° Gedichte, Reime, Lieder, Zungenbrecher, Geschichten, Rätsel

° Gegenstände, Personen, Gefühle benennen

° eigenständig nutzbare Kinderbibliothek

° bildliche Darstellung durch Schriftsymbole ergänzen oder ersetzen,

° Schreibecke mit unterschiedlichen Medien (Papier, verschiedene Schreibgeräte)

° intensive sprachliche Kommunikation mit der Bezugsperson und anderen Kindern

° Besuch der Puppenbühne (intensives Hören, verstehen, nacherzählen und -spielen)

° klassische Gedichte und berühmte Dichter vorstellen

 

3.3 Musik

 

Musik und musikalische Praxis haben einen positiven Einfluss auf die geistige, seelische und emotionale Entwicklung von Kindern.

Durch Sprache, Melodie und Rhythmus werden mehrere Gebiete des noch prägbaren Gehirns miteinander verknüpft.

Musik ist körperlich erlebbar (Gänsehaut, Tanzen, Klatschen, Wiegen ).

Gefühle lassen sich durch Musik ausdrücken (Wut, Trauer, Freude, Sehnsucht,...).

Gemeinsames Singen und Musizieren fördert die Kontakt- und Teamfähigkeit und regt die Fantasie und Kreativität an.

Musik fördert die motorische und sprachliche Entwicklung des Kindes, sie kann zur Entspannung, Aufmunterung, Lebensfreude und emotionalen Stärke und damit zur Ausgeglichenheit beitragen.

 

Musik in unserem KinderGARTEN

° Rhythmuserfahrung durch bewusstes Ein-und Ausatmen

° einfache Musikinstrumente zum selbständigen Gebrauch ( Rasseln, Klangstäbe, Glöckchen, Zimbeln, Triangeln, Regenstab)

° wertvollere Musikinstrumente (Gitarre, Klavier, Geige unter Anleitung zum Kennenlernen)

° Flötenunterricht wird in unserer Einrichtung durch eine Musiklehrerin angeboten

° Liederbücher zum Betrachten der Noten

° Musikinstrumente bauen

° Alltagsmaterialien zur Tonerzeugung (Töpfe, Löffel)

° Materialien zum Dämpfen und Verstärken von Geräuschen (Trichter, Rohr, mit Kisten oder Stoffen abdecken)

° CD- Player zum Aufnehmen und Anhören

° Platz zum Toben und Tanzen

° Musikangebote von Klassik bis Pop

° gemeinsames Singen und Musizieren

 

3.4 Darstellen und Gestalten

 

Darstellen und Gestalten gehören zu den Grundbedürfnissen der Menschheit und sind wesentliche Ausdrucksmöglichkeiten des Kindes. Sie helfen ihm, Erfahrungen und Gefühle innerlich zu verarbeiten und bleibend auszudrücken.

Indem Kinder sich verkleiden und in andere Rollen schlüpfen, können sie sich intensiv mit sich selbst und ihrer Umwelt auseinandersetzen.

Eine Wertung der entstandenen Werke der Kinder sollte nicht stattfinden, da allein die Freude daran wichtig ist.

Ein vielfältiges Angebot an Materialien soll die Kinder in ihrem Tun anregen.

 

Darstellen und Gestalten in unserem KinderGARTEN

° Mal-und Bastelbereich mit einem großen Angebot an Gestaltungsmaterial: Farben, bunte Papiere, Wolle, Schnüre, Klebstoff, Korken, Holzreste, Rinde, Perlen, Schachteln, Papprollen, Stifte

° abstrakte und moderne Malerei, impressionistische Landschaftsbilder zum Betrachten oder im Wechselrahmen an der Wand

° Besichtigung von Kirchen, Museen, Ausstellungen, besondere Bauwerke

° Ausstellen der Kinderwerke

° verschiedene Gestaltungstechniken kennenlernen (Muster legen, Farbverlauf, Prickeln,...)

° Verkleidungsbereich (verschiedene Kostüme, Alltagsmaterialien, Tücher, Ketten, Schmuck, Spiegel, Kämme)

° Möglichkeit zum Nachspielen von Alltagssituationen (Frisörutensilien, Werkzeuge, Kochutensilien)

° Theaterstück selbst spielen und vor Publikum vorführen

° Bücher über Künstler und ihre Werke

° Handpuppen

 

3.5 Mathematik und Naturwissenschaft

 

Die Neugier ist der Ausgangspunkt für die mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenz der Kinder, ihre gegenständliche Welt zu verstehen. Das Kind trifft in seiner Umwelt überall auf Zahlen, Mengen und naturwissenschaftliche Phänomene, die es interessieren. Wir Erzieher wollen es dem Kind ermöglichen, sich auf seine Art, ganz konkret mit diesen Dingen zu beschäftigen. Durch Forschungsfragen können wir Neugier auslösen und zum experimentieren anregen und gemeinsam mit den Kindern naturwissenschaftliche Zusammenhänge ergründen.

 

Mathematik und Naturwissenschaft in unserem KinderGARTEN

° Landkarten, Stadtpläne, Fahrpläne, Diagramme, Fernsehzeitschriften, ...

° Messlatte für die Körpergröße der Kinder

° verschiedene Uhren (Sonnenuhr bauen)

° Waagen, Messbecher

° Kaufmannsladen (mit Spielgeld bezahlen, abwiegen)

° Formen, Lineal,

° ausreichend Bausteine in verschiedenen Farben und Größen

° Lupen, Fernglas

° Wecker, Radios zum Auseinanderbauen

° naturwissenschaftliche Experimente (Kerzenflamme löschen, Wasserexperimente: was schwimmt, was sinkt, was ist fest und was ist flüssig; lösen von Stoffen in kalten und warmen Wasser; Magnetismus)

° Wetterbeobachtungen

 

3.6 Soziales Leben

 

Soziales Leben verbindet die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und die Entwicklung sozialer Beziehungen miteinander. Für den Reifeprozess ist die Bindung zwischen Kindern und Eltern unverzichtbar. Hier beginnt die Entwicklung der sozialen Kompetenz. Auf der Basis einer sicheren Beziehung zu den Eltern wird das Kind befähigt, Beziehungen zu anderen einzugehen.

In der Kindergemeinschaft lernt das Kind Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu entdecken, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, eigenständig Konflikte zu lösen, zu streiten, sich zu vertragen, andere anzuerkennen und selbst Anerkennung zu erfahren.

Wir Erzieher möchten den Kindern einen breiten Spielraum zum Aushandeln und flexiblen Erfinden von Regeln ermöglichen und ihnen helfen, mit Misserfolgen umzugehen.

Um das Zusammenleben in einer Gruppe zu ermöglichen und den Kindern Sicherheit zu geben, müssen Erzieherinnen und Kinder sich auf Regeln einigen und sich an Regeln halten. Moralische Regeln gelten für alle, weil sie das Wohlergehen des Einzelnen in einer Gemeinschaft betreffen. Grundprinzipien des Zusammenlebens, wie andere nicht zu verletzen oder anderen nichts wegzunehmen, sind im Allgemeinen nicht verhandelbar. Gemeinsam festgelegte Regeln sind verhandelbar, sie dienen nicht in erster Linie dem Allgemeinwohl, sondern werden aufgrund äußerer Gegebenheiten aufgestellt.

 

Soziales Leben in unserem KinderGARTEN

° Materialvielfalt ( für Rollenspiele, zweckfreie Materialien, Stoffe, Tücher )

° Eigentumsfach

° Familienfotos oder gemalte Bilder der Kinder im Raum

° nicht sofort einsehbare Ecken und Nischen

° “Bühne” ( selbst gebaut mit Tüchern, Tischen, Teppich, Decken)

° Puppen und Kuscheltiere

° Platz, an dem Kinder miteinander verhandeln können

° Seniorenkreis besuchen und einladen

° mit den Senioren spielen, vorlesen

° mit dem Zug fahren

° Feuerwehr, Polizei besuchen

° einkaufen gehen

° gemeinsame Spiele und Gespräche

° Geschichten, die Kinder stärken (“Gehe nicht mit einem Fremden mit”)

° Gegenseitiges Helfen (beim Anziehen, Puzzeln, Aufräumen)

° Geburtstag feiern

° Übernahme von Verantwortung (Blumen gießen, Tisch decken)

 

3.7 Religiöse Grunderfahrung und Werteentwicklung

 

Religiöse Erziehung, Bildung und Begleitung ist vorrangige Aufgabe der Eltern, sie erfordert von ihnen und von allen Erzieherinnen ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, persönlichen Kontakt, Diskretion, Respekt und gegenseitige Wertschätzung.

Es ist wichtig, dass sich Kinder unvoreingenommen angenommen wissen. Jedes Kind wird eingeladen zur Begegnung mit der christlichen Religion. Solche Begegnung erfolgt im Dialog und ist bestimmt von Respekt, Offenheit und Achtung für Kinder und Eltern anderer weltanschaulicher und religiöser Überzeugung. Kindern und Eltern ohne christliche Bindung wird offen begegnet und sie werden in das gemeinsame Leben und Arbeiten stets einbezogen.

In unserem KinderGARTEN wird jedes Kind als unverwechselbares und geliebtes Geschöpf Gottes wahrgenommen.

Die Auseinandersetzung mit religiösen Grunderfahrungen gibt den Kindern wesentliche Anregungen für die Entwicklung von eigenen Werten und die Gestaltung des Zusammenlebens in der Gemeinschaft.

Werte werden jeden Tag von Erziehern und Kindern gemeinsam gelebt: Wertschätzung und Respekt gegenüber der Natur und allem Leben, Friedens- und Konfliktfähigkeit, Vertrauen, Gerechtigkeitssinn, Solidarität und Fähigkeit zum Mitfühlen und Helfen.

 

Religiöse Grunderfahrung und Werteentwicklung in unserem KinderGARTEN

° Antworten auf Fragen und Erfahrungen der Kinder (Woher komme ich?, Wer hat die Erde gemacht?, Warum muss man sterben?, Abschied, Trennung, Verlust, Umzug, Freude und Dank) suchen wir im Gespräch, im spontanen Spiel, im Morgenkreis, bei Projekten im Jahreskreis

° Rituale im Morgenkreis (Begrüßungslied, Kerze anzünden, gemeinsames Gebet)

° Tischgebet

° biblische Geschichten und Bilderbücher

° Kirche besichtigen

° Feste vorbereiten und feiern (Erntedankfest, Ostern, Martinsfest)

° christliche Lieder singen

° kleine Beiträge im Seniorenkreis und im Familiengottesdienst der Landeskirchlichen Gemeinschaft

° Verantwortung für die Schöpfung übernehmen (Pflanzen gießen, Wasser sparen)

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© Rebekka Freitag